Arbeitsbericht

Die Reiner und Elisabeth Kunze-Stiftung, in die wir unser Haus, das Grundstück, den größten Teil unserer finanziellen Mittel und allen für den Stiftungszweck relevanten Besitz an amtlichen Dokumenten, Film- und Tonaufnahmen, Briefen, Kunstwerken und sonstigen Anschauungsstücken eingebracht haben, hat sich rasant entwickelt.

Zum bereits erschlossenen Archivbestand gehören inzwischen ca. fünfhundert z.T. übersetzte und in vielen Fällen kommentierte Briefe, darunter Briefe von Jean Améry, Heinrich Böll, Elias Canetti, Ernst Jandl oder Jan und Božena Skácel, zahlreiche digitalisierte, teilweise restaurierte und wiedergabetechnisch aufgefrischte Video- und Audio-Dokumente aus über dreißig Jahren oder an die hundertfünfzig z.T. kommentierte Kopien von Original-Staatssicherheitsakten der DDR, die signifikante Einblicke in die politischen und zwischenmenschlichen Verhältnisse in den beiden ehemaligen deutschen Staaten geben. Junge Menschen, denen wir die eine oder andere "Geschichte" erzählen, versichern uns, mit solchen Tatsachen noch nie konfrontiert worden zu sein.

An der Universität der Künste Berlin legte in der Klasse Ausstellungsdesign Frau Susanne Asenkerschbaumer im Dezember 2009 eine zweihundertfünfzigseitige Diplomarbeit vor, in der sie speziell für die Reiner und Elisabeth Kunze-Stiftung eine erste originäre und nach den Maßstäben derzeitiger Ausstellungskultur hochmoderne Ausstellungsgesamtkonzeption entworfen hat. Die Arbeit wurde öffentlich verteidigt und mit der Note 1,0 bewertet.